Definition
Direktbank
Direktbanken verfügen nicht über ein eigenes Filialnetz,
die Bankgeschäfte werden nur über das Internet oder durch
einem Call-Center abgewickelt. |
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Tipps
zur Tagesgeldanlage und die Testsieger der Anbietern von Tagesgeldkonten
Die Konditionen
für Tages- und Festgeldanlagen wurden von den Banken in den vergangenen
Monaten besonders häufig dem sinkenden Leitzinssatz der Europäischen
Zentralbank (EZB) angepasst.
Der Leitzinssatz ist das maßgebliche Instrument der EZB zur Steuerung
des Geld- und Kapitalmarktes in der Europäischen Währungsunion,
je niedriger der Leitzinssatz desto günstiger können sich die
Geschäftsbanken bei einer Zentralbank Geld beschaffen, im gleichen
Maße sinkt allerdings auch der Zinssatz für Geldanlagen. Weil
dieser Leitzinssatz von der EZB innerhalb eines Jahres von 4,25% (Juli 2008)
schrittweise auf aktuell 1% gesenkt wurde, haben die Anbieter von Tages-
und Festgeldanlagen die Guthabenzinsen gleichermaßen nach unten korrigiert.
Weil sich die Konditionen der Anbieter von Tages- und Festgeldanlagen ständig
ändern, werden von den verschiedenen Finanzmagazine regelmäßig
neue Testsieger gekürt, die zum Zeitpunkt des Testes die besten Konditionen
für eine Geldanlage boten. Diese Testergebnisse können allerdings
schon am Tag der Veröffentlichung nicht mehr ganz zutreffend sein,
weil sich beispielsweise kurzfristig die Konditionen für eine Tagesgeldanlage
des jeweiligen Testsieger verschlechtert haben, bzw. sich die Konditionen
eines anderen Tagesgeldanlage-Anbieters kurzfristig verbessert haben.
Bankkunden sollten sich daher immer zeitnach über die aktuellen Zinssätze
der verschiedenen Anbietern von Tagesgeldanlage informieren.
Als wesentliche Bewertungskriterien über ein gutes Tagesgeldangebot
einer Bank, sollten vor Vertagsabschluß auf folgende Konditionen geachtet
werden:
- Zinssatz:
das wesentliche Kriterium einer guten Tagesgeldanlage ist natürlich
der Zinssatz, der für die Tagesgeldanlage gutgeschrieben wird,
dieser reicht z.Z. von 0,15% bis 6%. Die Anbieter von Tagesgeldanlagen
sind allerdings i.d.R. berechtigt (Ausnahme: z.B. erhöhte / befristete
Zinssätze für Neukunden), den anfänglich angebotenen
Zinsatz jeder Zeit zu senken bzw. zu erhöhen, d.h. ein verlockendes
Angebot eines Tagesgeldanlage-Anbieters mit einem anfänglich hohen
Zinssatz, kann sich innerhalb weniger Monate zu einer Tagesgeldanlage
mit niedrigen Zinsen entwickeln. Dies gilt insbesondere für Geldanlagen
bei einer ausländischen Bank, die an eine nationale Zentralbank
mit starken Zinsschwankungen gebunden ist. So kann eine Tagesgeldanlage
bei einer Bank aus einem Land der Europäischen Währungsunion,
die aktuell eine Tagesgeldanlage anbietet, deren Verzinsung bei 3 Prozent
liegt und eine mittel- bis langfristigen Zinsatzentwicklung von +/-
1 Prozent prognostiziert wird, empfehlenswerter sein, als die Geldanlage
bei einer ausländischen Bank mit einem Tagesgeldzinssatz von 5
Prozent, mit einer möglichen Zinssatzschwankung von plus 1 Prozent
bis minus 3 Prozent.
Oftmals ist ein über einen längeren Zeitraum gemittelter Zinssatz,
den eine Bank seinen Kunden für eine Tagesgeldanlage durchschnittlich
in einem Zeitraum von beispielsweise 2 Jahren gutgeschrieben hat, aussagekräftiger,
als die versprochenen hohen Zinsätze von manchen Tagesgeldangebote,
die häufig nur für Neukunden und nur für einen befristeten
Zeitrum gelten.
- Fußnoten:
Ein auf den ersten Blick verlockendes Bankangebot für eine besonders
hoch verzinste Tagesgeldanlage, entpuppt sich in vielen Fällen,
durch kleingedruckte Zussatzbedingungen in der Fußnote des Angebotes,
zu einem nicht empfehlenswerten Tagesgeldkonto.
Zu den üblichen Klauseln in den Fußnoten einiger Banken zählen:
a.) Ein in besonders großen Buchstaben garantierter Zinsatz von
beispielsweise 4,5%, gilt nur für Neukunden und nur für einen
befristeten Zeitraum von 4 bis 12 Wochen. Zur Bewertung solcher Tagesgeldangebote
ist der auf einen längeren Zeitraum gemittelte und der aktuelle
Zinsatz, den diese Bank seinen Bestandskunden gewährt, aussagekräftiger,
als der in der Werbung angepriesene Zinssatz.
b.) Der angegebene Zinssatz für ein Tagesgeldkonto gilt nur in
Verbindung mit einem Vertragsabschluß über ein andere, oftmals
kostenpflichtige, Bankdienstleistung.
Weitere Klauseln, wodurch ein Tagesgeldkonto als nicht empfehlenswert
eingestuft werden kann, finden sich natürlich auch in den AGBs
der Banken und Sparkassen (siehe "weitere Konditionen")
- weitere Konditionen:
Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Anbietern von Tagesgeldkonten
enthalten oftmals noch Bestimmungen, die vor Vertragsabschluß
besonders bedacht werden sollten.
Dazu zählen eventuelle Kontoführungsgebühren, Mindest-
und Maximal-Anlagebetrag, Gebühren für individuell erforderlichen
Bankdienstleistungen, Vertragslaufzeit, Kündigungsfrist, Geldverfügbarkeit,
Zeitintervalle der Zinsgutschreibungen, Zinsratenstaffelung u.a.
Für viele Tagesgeldkonten gilt eine Zinsratenzstaffelung zu einem
aktuell gewährten Basiszinssatz, dabei gilt der Basiszinssatz von
beispielsweise 2,5 Prozent nur für eine Geldanlage z.B. bis 5000
Euro, ab einer Geldanlage von 5000 Euro sinkt dieser Basiszinssatz um
0,5%, ab 10.000 um weitere 0,25% etc. (bei einer Festgeldanlage verläuft
diese Zinsratenstaffelung genau umgekehrt, d.h. bei einer hohen Festgeldanlage
von beispielsweise 20.000 Euro, gewähren die Banken i.A. einen
höheren Zinssatz, als bei einem Festgeldkonto mit einem Anlagebetrag
von 5.000 Euro. Die Zinssätze der meisten Festgeldkonten werden
allerdings in erster Linie von der vertraglich festgelegten Laufzeit
des Festgeldkontos bestimmt, je länger die Laufzeit desto höher
der Zinssatz. Dies sollte besonders bei Geldanlageangebote einiger Banken
beachtet werden, bei denen der Zinssatz für eine Festgeldanlage
mit einer Laufzeit von einem Jahr geringer ist, als der Zinssatz für
ein Tagesgeldkonto. In solchen Fällen und auch nur dann, wenn das
auf einem Festgeldkonto gebundene Kapital nicht benötigt wird,
ist eine Festgeldanlage mit einer langen Laufzeit empfehlenswert.)
- Einlagensicherung:
Die für die Banken gesetzlich vorgeschriebenen Einlagensicherungsbestimmungen
für Geldanlagen von Privatkunden, im Falle einer Zahlungsunfähigkeit
der Bank, sind international recht unterschiedlich. Die gesetzlich vorgeschriebene
Sicherungsgrenze für deutsche Banken beträgt beispielsweise
20.000 Euro pro Anleger mit einem obligatorischen Selbstbehalt von 10
Prozent6. Viele Banken bieten aber, durch zusätzliche
Einlagensicherungsfonds, eine bessere Einlagengarantie an, die über
der gesetzlich vorgeschriebenen Einlagensicherung von privaten Geldanlagen
liegt. So sollten bei einem Tagesgeldkonto eine Geldanlage bis 30.000
Euro zu 100 Prozent abgesichert sein.
Eine Bank ist im Übrigen dazu verpflichtet den Kunden vor Kontoeröffnung
darüber zu informieren, ob die Bank einem Einlagensicherungsfond
angehört oder nicht. Eine Liste der Mitglieder des Einlagensicherungsfonds
des "Bundesverbandes deutscher Banken" finden Sie unter www.bankenverband.de.
Zur E-Mailanfrage über die Einlagen-Sicherungsgrenzen einer Bank,
die dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken
angehört, bitte hier
klicken.
- Tagesgeldkonten-Vergleich:
Weil sich die Angebote der Banken für eine Tagesgelanlage ständig
ändern, sollten Anleger die Angebote der einezelnen Banken und
Sparkassen immer aktuell vergleichen. In der nachfolgenden Tabelle finden
Sie einige Testsieger verschiedener Finanzmagazine und Internetportale:
| Testsieger
für eine Tagesgeldanlage von Privatkunden |
bewertet
durch Finanzmagazin o. Internetportal / Datum
|
Comdirekt
Bank:
- 1,75% Zinsen (Zinsatz von August 2009) auf eine Tagesgeldanlage
von 0,01 - 5.000 Euro
- Geldanlage jederzeit verfügbar
- einfach Kontoführung ohne Kündigungsfrist
- Einlagesicherung von 100% bei Geldanlagen bis 108.267.000
Euro pro Kunde |
Stiftung
Warentest / Ausgabe März 2009 |
Bank
of Scotland:
- 3% Zinsen (Zinsatz von August 2009) auf eine Tagesgeldanlage
von 0,01 - 500.000 Euro
- Geldanlage jederzeit verfügbar
- keine Kontoführungsgebühren
- Einlagesicherung von 100% bei Geldanlagen bis 50.000 brit.
Pfund pro Kunde |
Testsieger
bei den Internetportalen vergleich.de, biallo.de und tagesgeld-news.de
/ Stand August 2009 |
1822direkt:
die direkt Bank der Frankfurter Sparkasse
- 2,75% Zinsen (Zinsatz von August 2009) auf eine Tagesgeldanlage
von 0,01 - 10.000 Euro
- Geldanlage jederzeit verfügbar
- keine Kontoführungsgebühren
- Einlagesicherung von 100%
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Börse
online wählte das Tagesgeldkonto der 1822direkt-Bank
zum Testsieger in der Ausgabe 29 / 2008 |
Cortal
Consors :
- 4% Zinsen (Zinsatz von August 2009) auf eine Tagesgeldanlage
bis 25.000 Euro gültig nur für Neukunden und bei
gleichzeitiger Eröffnung eines Wertpapierendepots.
Der Zinssatz auf eine Tagegeldanlage bis 25.000 Euro für
"Bestandskunden" liegt dagegen z.Z. nur bei 1,75%
(Stand August 2009)
- dieses Tagesgeldkonto ist nur für Anleger empfehlenwert,
die auch in Wertpapieren investieren wollen und deswegen
ein Wertpapierendepot anlegen müssen. |
bei
tagesgeldvergleich.net wird Cortal Consors als der Anbieter
mit dem höchsten Zinssatz für Tagesgeldanlagen
geführt. Dieses Angebot ist allerdings nur für
Anleger interessant, die gleichzeitig über ein Wertpapierendepot
verfügen wollen. |
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weitere
empfehlenswerte Tagesgeldkonten:
Mercedes-Benz Bank:
- 1,3%
Zinsen (Zinsatz von August 2009) auf eine Tagesgeldanlage
bei einer Online-Kontoführung, ansonsten 1,1%
- monatliche Zinsgutschreibung
- Geldanlage jederzeit verfügbar
- keine Kontoführungsgebühren
- Einlagensicherung
von 100% |
Wüstenrot
Bank:
- der
aktuelle Zinsatz für eine Tagesgeldanlage beträgt
2,22% ab dem 1 Euro (Stand August 2009)
- einmalige Bonuszahlung von 25 Euro bei einer Tagesgeldanlage
von 3.000 Euro für mindestens 3 Monate (Angebot gültig
bis 31.08.2009)
- Geldanlage jederzeit verfügbar
- keine Kontoführungsgebühren
- Einlagensicherung von 100% |
DKB
(Deutsche Kreditbank):
- auf
einem DKB Cash-Konto werden 2,05% Zinsen auf Geldanlagen
ab 1 Euro gewährt (Stand Aug. '09)
- Geldanlage jederzeit verfügbar
- keine Kontoführungsgebühren
- kostenlose Maestro- / EC-Karte und DKB-Visa-Card zum gebührenfreien
Geldabheben an allen Geldautomaten weltweit mit dem Visa-Symbol
- Einlagensicherung von 100% |
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Die
Zinsentwicklung des durchschnittlichen Zinssatzes für
ausgesuchte Bankdienstleistungen
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| Bankdienstleistung |
Zinssatz
in Prozent
Januar 20091
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Zinssatz
in Prozent
Stand Juli 2009
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| Tagesgeldanlage
bis 5000 Euro |
2,90% |
2,12%2 |
| Festgeldanlage
mit einer Laufzeit von 12 Monaten |
2,97% |
1,63%3 |
| Ratenkredit
mit einer Laufzeit von 36 Monaten |
8,09% |
8,29%5 |
| Dispositionskredit
/ Überziehungskredit bei einem Girokonto |
12,17% |
12,5%4 |
|
Quellen:
- 1
www.spiegel.de -> Nachrichten -> Wirtschaft -> Finanzkrise
2009: Kampf gegen die Rezession: "Teure Kredite - Banken nehmen
Kunden in die Zins-Zange?", 05.02.2009)
-2 www.tagesgeldvergleich.net
-> Statistiken -> "Zinsentwicklung bei Tagesgeldkonten - 5.000
Euro Anlagesumme", 30.07.2009
-3 www.geld-magazin.de
-> Finanzen -> Sparen & Anlegen: "Tagesgeld, Festgeld:
Das sind aktuell die besten Angebote", 02.08.2009
-4 www.welt.de
-> Finanzen -> Verbrauchertipps: " Kredite - Wie Sie Ihre
Dispo-Zinsen drücken können", 12.07.2009
-5 www.biallo.de
-> Geldanlage -> Biallo-Index -> Ratenkredite: durchschnittlicher
Zinssatz für einen Privatkredit mit einer Laufzeit von 36 Monaten,
gemittelt aus 95 Kreditangebote verschiedener Banken, Stand Juli 2009
-6 http://de.wikipedia.org
-> Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz
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